Der "Blauzahn-Schatz"

ausgewählte Kopien des Silberschatzes von Schaprode (Rügen) im Stadtmuseum

Seit Ende Februar 2024 wartet das Stadtmuseum mit einer neuen und besonderen Attraktion innerhalb seiner Dauerausstellung auf: Ausgewählte Kopien des frühmittelalterlichen Silberschatzes von Schaprode (Rügen), auch bekannt als „Blauzahn-Schatz“, der deutschlandweit großes Interesse weckte. Die Entdeckung des insgesamt ungefähr 1650 g schweren Ensembles geht auf emsige und umsichtig agierende, ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger von Rügen zurück. Im Jahr 2018 fanden René Schön und Luca Malaschnitschenko bei einer Begehung mit der Arbeitsgemeinschaft Bodendenkmalpflege Insel Rügen „De Ackerlöper“ erste Hinweise auf einen Hacksilberschatz bei Schaprode, der letztendlich mehr als 1920 Einzelstücke enthielt. Einen Großteil des Fundensembles machen die Münzen bzw. ihre Fragmente aus. Zu den vollständigen oder bruchstückhaft erhaltenen Silbermünzen zählen orientalische Prägungen (Dirhams), westeuropäische und englische Münzen und einige wenige byzantinische Exemplare. Besonderes Interesse rufen die Prägungen des dänischen Königs Harald Blauzahn (Reg. 958-986) hervor, die der Niederlegung ihren populären Namen verpassten. Das Schatzensemble wird neben den Münzen auch durch 129 vollständige und zerhackte Schmuckstücke charakterisiert. Hierzu zählen beispielsweise qualitativ hochwertige Halsringe und granulierte Silberperlen. Daneben sind ein Thorshammer-Anhänger und mehrere Fingerringe zu nennen. Vielfach wurden die Münzen und Schmuckstücke zerschnitten und zerhackt, so dass Archäologen und Historiker von sogenanntem Hacksilber sprechen, das im gesamten Ostseeraum im Rahmen der Gewichtsgeldwirtschaft verwendet wurde. Hacksilberschätze weisen zudem auf ein ausgedehntes Handelsnetzwerk der Slawen und Wikinger hin.

Die Niederlegung des Schatzes von Schaprode erfolgte wahrscheinlich in den späten 980er Jahren.

Aktuell sind die Forschungen zu diesem eindrucksvollen Fund nicht abgeschlossen.

Bei den ausgestellten Nachbildungen im Stadtmuseum handelt es sich um einen repräsentativen Ausschnitt aus dem originalen Ensemble. Die Präsentation kann bis zum Ende des Jahres 2026 in Bergen auf Rügen besichtigt werden.

 

Führungen sind nach vorheriger Vereinbarung möglich.